Band 
Erster Theil.
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Die Differenz von bloß 3' 9" ist für so unvollkommeneBeobachtungen, als die an dem Gnomon besonders in jenenZeiten seyn mögen, so gering, daß sie vielmehr die Aechtheitjener alten Beobachtungen beweist, gegen welche man, dasie bloß durch die Nachrichten der Missionäre, welche jeneTheorie nicht kannten, verbürgt war, früher ganz ungegrün-dete Zweifel erhob.

Erst in unseren Zeiten haben uns vorzüglich die Eng-länder mit den astronomischen Tafeln der Jndier näher be-kannt gemacht, welche sich auf die Beobachtung einer allge-meinen Conjunction aller älteren Planeten gründen, die indem Jahre 3102 vor Eh. statt gehabt haben soll, wodurchdas Alter dieser Tafeln auf nahe 5000 Jahre gebracht wur-de. Um die Wahrscheinlichkeit dieses sehr hohen Alters zuuntersuchen, muß man bemerken, daß die indischen Tafeln nocheine andere Epoche voraussetzten, die in das Jahr 1491nach Eh. fällt, und daß wenn man mit den von den Jn-diern für das Jahr 1491 gegebenen Orten der Sonne undder Planeten, und mit ihren mittleren Bewegungen rück-wärts rechnet, man allerdings die von ihnen angegebene all-gemeine Conjunction für das Jahr 3102 vor Eh. findet.Allein unsere heutigen Tafeln der Sonne und der Planeten,welche auf eine so große Anzahl guter Beobachtungen gegrün-det und durch die Theorie zu einem sehr hohen Grad derGenauigkeit erhoben worden sind, widersprechen jener allge-meinen Conjunction, die daher in jener entfernten Epochenicht statt haben konnte. Es ist daher wahrscheinlich, daßjene Conjunction nur durch ein willkührliches Rückwärtsrech-nen der Jndier selbst entsprang, ohne auf Beobachtungengegründet zu seyn, um den Körpern unsers Sonnensystemes,einen gemeinschaftlichen Ort ihrer Entstehung in dem Thier-kreise anzuweisen, und zugleich, nach einer nur zu gewöhnli-chen Eitelkeit jener Völker, sich selbst eines hohen Alterthumes