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platten mußte, so erhielt er die Gestalt eines Ellipsoids, wel-ches nicht allein an den Polen , sondern auch an dem Aequa-tor eingedrückt ist, und dessen Parallelkreise alle dem Aequa-tor ähnliche Ellipsen sind. Diese doppelte Ellipticität desMondes ist aber so klein, daß sie den Beobachtungen völligentgeht, und daß der Mond immer sehr nahe die Gestalt einerKugel behält. Nennt man die große Äre seines Aequatorsdie Einheit, so ist nach der Theorie die kleine Are des Aequa-tors 0-9999725 und die Rotationsare 0.99391 oder diegroße Are des Aequators ist nahe 10917200, die kleine10916800 und die Rotationsare 10905300 Fuß.
Die Schwankungen oder Vibrationen des Mondesum den größten Durchmesser seines Aequators sind ebenfallsso klein, daß sie durch Beobachtungen nur schwer zu bestim«men seyn werden. In den neuesten Zeiten machte Bouvardeine große Reihe von Beobachtungen des Mondfleckcns Ma-nilius, der wegen seiner geringen Größe und seiner Nähe beydem Mittelpunkte des Mondes sehr geschickt ist, selbst die ge-ringste Vibration des Mondes durch mikrometische Messungenseines Abstandes, von den beyden Rändern des Mondes zubestimmen, und er fand daß die größte Vibration desselben0 ° 52 ' 24" um den Mittelpunkt des Mondes sey, welcherWinkel von der Erde gesehen nur neun Secunden beträgt.
Die Resultate dieser Beobachtungen Bouvards sindfolgende: der Bogen der Ekliptik zwischen den Knoten desMoildäquators und der Mondsbahn vom Mittelpunkte desMondes gesehen, wurde gefunden -f. 2° 8' 40"; die Nei-gung des Mondäquators gegen die Ekliptik 1° 27' 40";endlich die Länge und Breite des Manilius in Beziehungauf den Mondäquator 14° 21' 22" und 8 ° 49' 24".Nach der Theorie sollte die erste dieser Größen gleich Nullseyn, allein da die Neigung 1° 27' 40" so klein ist, soist die Bestimmung jener ersten Größe durch die Beobach-