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tungen, daß die Höhe der Fluthen auch von der Größe derDeclination der Sonne und des Mondes abhängt; so sindz. B. die mittlern Syzygienfluthcn zur Zeit des Solstiti-ums regelmäßig nahe 2.3 Fuß kleiner, als zur Zeit derNachtgleichcn.
Auch die Zeiten, welche zwey nächste Fluthen von ein-ander trennen, sind ähnlichen Verschiedenheiten unterwor-fen. Die mittlere Zeit der doppelten Wiederkehr derFluthen beträgt nach dem Vorhergehenden 1.033 Tage oder24 Stunden und 30 Minuten, so daß Ebbe und Fluth anjedem folgenden Sonnentage um 30 Minuten später eintre-ten, als an dem vorhergehenden Lage. Allein diese Verspä-tung beträgt in den Syzygien nur 39 Minuten, während sie inden Quadraturen sich auf 1 Stunde und 13 Minuten erhebt.Ferner erfolgt die größte Höhe der Fluth an jedem Tage imMittel um drey Stunden nach der oberen oder unteren Culmi-nation des Mondes, aber in den Syzygien beträgt diese Zeit3 Stunden 33 Minuten, und in den Quadraturen nur 2Stunden 50 Minuten.
Endlich muß noch erwähnt werden, daß die Fluth so-wohl als die Ebbe im Allgemeinen desto größer ist, je näherdas Meer bey dem Aequator liegt. In größeren Brei-ten sind diese Höhen immer kleiner, und die Zeit, um welchedie Fluth nach der Culmination erfolgt, immer größer, bisendlich in einer Breite von nahe 63 Graden zu beyden Sei-ten des Aequators das ganze Phänomen verschwindet, undweder Ebbe noch Fluth statt hat. Man kann dieses wechsel-weise Steigen und Sinken des Meeres im Allgemeinen auffolgende Weise bildlich darstellen. Man denke sich einen ver-ticalen Kreis, dessen Pheripherie den halben Tag vorstellensoll, und dessen Durchmesser gleich der Differenz der Fluth-höhe über die der Ebbe ist. Wenn die Bogen dieses Kreisesvon dem untersten Punkte der Peripherie anzufangen, die