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Zeiten darstellen, welche seit der Ebbe verflossen sind, sobezeichnen die Linus versus dieser Bogen die Höhen desMeeres, welche zu diesen Zeiten statt haben, so daß also dassich allmählig erhebende Meer in gleichen Zeiten gleicheBogen dieses Kreises bedeckt.
Nachdem wir die n'ähercn merkwürdigen Umstände die-ser Erscheinung aufgezählt haben, wollen wir nun auch dieUrsachen derselben aufsuchen.
Das Vorhergehende zeigt auf den ersten Blick, daß dievorzüglichste Ursache der Ebbe und Fluth in dem Mondezu suchen sey, weil die meisten oben erzählten Umstände vondiesem Gestirne abhängen. So tritt die höchste Fluth immernahe drey Stunden nach den beyden Culminationen des Mon-des ein; so hat,sie jeden folgenden Tag um 30 Minuten spä-ter statt als an dem vorhergehenden, welches fast genau mitder täglichen Bewegung des Mondes von 13 Graden über-einstimmt, wegen welcher der Mond jeden Tag ebenfalls umnahe 30 Minuten später culminirt; fo wird endlich, wie wiegesehen haben, die Größe der Fluthen sowohl als die Zwi-schenzeit derselben durch die Phasen und durch die Entfernungdes Mondes von der Erde und von dem Acyuator bestimmt.Doch bemerkt man auch bald, daß diese Erscheinungen, wenngleich vorzüglich von dem Monde, doch nicht von ihm alleinabhängen, sondern daß auch die Sonne einen merklichenEinfluß auf dieselben äußert, weil sich mehrere Umstände die-ser Erscheinung offenbar nach den Jahreszeiten richten.
Unter allen Punkten der Oberfläche der Erde ist derje-nige A, welcher den Mond eben in seinem Zenithe hat, demMonde selbst am nächsten, so wie der diesem entgegengesetztePunkt B der Erde, der den Mond in seinem Nadir hat,am weitesten von dem Monde entfernt ist. Die Anziehung desMondes auf irgend einen Punkt der Erde ist aber desto grö-ßer, je näher dieser Pnnkt dem Monde ist, also wird auch
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