436
feste Unterlage zu Grunde liegt, und deren Wahrheit oderFalschheit sich weder wägen noch messen, noch endlich an demProbierstein der Rechentafel abreiben läßt, bilden sich ge-wöhnlich im Verfolge der Arbeit fire Ideen, welche allmäh-lich immer mehr aus dem dunklen Hintergründe des übrigenverworrenen Chaos hervortreten, und wenn endlich das er-müdete Auge alle Gegenstände unbestimmt vor sich schwimmensieht, den ermüdeten und befangenen Geist ergreifen, bis erauf allen Seiten von dem eitlen Trugbilde seiner eigenen Ein-bildungskraft umschlungen, wie ein Träumender Gespenstersieht, und Dinge mit einander verbindet, die in ganz undgar keine Verbindung gebracht werden können. Es muß sehrschwer seyn, besonders bey meteorologischen Untersuchungensich von dieser nur zu gewöhnlichen Krankheit frey zu halten,weil in der That so viele von ihr ergriffen worden sind, undnoch täglich ergriffen werden.
So wenig übrigens nach dem Vorhergebenden derMond auf unsere Witterungs- und Krankheitslehre einenwahrhaft erwiesenen Einfluß äußern mag, oder vielmehr, sowenig Ueberzeugendes wir bisher von diesem Einflüsse wissen,so wird doch daraus niemand den Schluß ziehen, daß alleUntersuchungen dieser Art, als zwecklos und unnütz für dieFolge ganz ausgegeben und vernachlässiget werden sollen.Der Gegenstand, welchen diese Untersuchungen betreffen, istzu interessant und von so unmittelbarer Einwirkung auf un,ser Wohl und Weh, daß vielmehr jeder nach seinen Kräftendazu beytragen soll, Beobachtungen anzustellen, sie zu sam-meln und geordnet unseren vielleicht glücklicheren Nachkommenzu überliefern. Beobachtungen also, fleißige, lange fort-gesetzte, an guten Instrumenten gemachte Beobachtungensind es, die noth sind, nicht aber vage Hypothesen und Sy-steme und Luftschlösser, die auf ganz losem Grunde errich-tet, gewöhnlich noch unter den Händen des Erbauers wie-