Band 
Erster Theil.
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einander im Innern und Aeußern so ähnlich sind, und daßman doch nicht alle in dem Welträume zerstreueten Körperdurchaus von gleicher Beschaffenheit annehmen kann, selbstwenn man sie von einem gemeinschaftlichen Ursprünge, etwaeinem durch innere oder äußere Kräfte zertrümmerten Pla-neten, ableiten wollte.

Noch müssen wir eines andern Ursprunges der Aero-lithen erwähnen, den die zwey größten Geometer unseresJahrhundertes, Lagrange und Laplace, aufgestellt haben, undnach deren Hypothese diese Steine nichts anderes, als vulka-nische Produkte unseres Mondes sind. Unsere Fernröhrezeigen im Monde viele Vulkane, und zuweilen auch die Aus-brüche derselben. Die ganze Oberfläche des Mondes, so wie siesich jetzt unseren Blicken zeigt, scheint vulkanischen Ursprungszu seyn, und die Elemente haben dort wahrscheinlich mehrund länger gewüthet, als es selbst in der chaotischen Bil-dungszcit auf unserer Erbe der Fall gewesen seyn mag. Fer-ner sind die Berge des Mondes verhätnißmäßig viel größerals die der Erde, also können auch ihre Wirkungen beyvulkanischen Eruptionen viel beträchtlicher seyn. Diese Wir-kung wird noch dadurch befördert, daß die Anziehungskraft,die Schwere des Mondes, viel kleiner ist, als die der Er-de, so daß z. B. ein Stein, der sich auf unserer Erde nurunbeträchtlich von ihrer Oberfläche entfernt, wenn er vonderselben Kraft auf dem Monde getrieben würde, bis zueiner sehr großen Höhe steigen könnte, weil ihm dort dieviel geringere Schwere anch viel weniger entgegen wirkt.Wenn keine menschliche Kraft im Stande ist, eine Kanonen-kugel so weit zu treiben, daß sie endlich nicht mehr zurErdezurückkehrte, sondern wie ein anderer Planet sich um dieselbebewegte, so würden vielleicht unsere Dampfapparate, wennsie mit ungeschwächter Kraft in den Mond versetzt würden,auf demselben jene interessante Erscheinung sehr leicht her-