Süsswassergeb. im Hegau , Stubenthal etc. 421
Bei Hohenhöwen im Hegau durchsetzt Basalt einen aufJurakalk liegenden Süsswassergyps, der nicht näher bestimm-bare Knochen von Fleischfressern und Wiederkäuern, siebenPanzer einer Schildkröte, welche Bronn unter der Benen-nung Testudo antiqüa beschreibt, und von Conchiiien eineHelix, kleiner als H. hortensis, umschliesst.
Am Südabhange der Würtembergischen Alb (Gingen)steigen die oberen Schichten der Molasse ungefähr 300 Fussüber die Fläche des Donauthaies. Die Molasse bei Ulm erhebt sich auf ähnlichen Höhen. Bei Baltringen unweitUlm enthält die Muschelmolasse Reste von Wallross, Wall-fisch , Zähne und Wirbel von Fischen, und unter denConchiiien dieselben Ostreen, welche in den Austerbänkenbei Hütlingen am Lochenberge (Canton Bern ) und, nachFichtel, in Siebenbürgen sich finden (Schübler); man wirddabei an ähnliche Gebilde bei Basel und bei Älzei erinnert.Ein fester, klingender Laeusterkalk im Stubenthal bei Ulm ,mit Sandschichten wechselnd, enthält Knochen von Fischen,Reste von einer Hirschart von Rehgrösse, von einer Palaeo-theriumart, von einem Anoplotherium und vielleicht vonzwei Arten Rhinoceros (Jaeger ). An seiner tiefsten Stelleliegt er 1629 Par. Fuss. , an seiner höchsten 1783 Fussüber dem Meere, was eine Mächtigkeit von 154 Fussergeben würde (Schübler). Er ist horizontal geschichtet.Aehnlicher Laeusterkalk liegt am Michelsberg bei Ulm , amBussen bei Riedlingen (Hehl), zwischen Ulm und Urspring (Omalius d’Halloy), bei Untermarchthal, Zweifaltendorf undRothenacker unweit der Donau (Schübler), etc. Weiternach Bayern hinein lassen die Gegenden von Gmünd, Plain-feld, Ililboldstein, Abenberg nach Schwabach hin durchihren Gehalt an ähnlichen Süsswassermassen mit Säuge-thierarten, Beziehungen zwischen dem Bayerischen, Schwei zer und Rheinbecken deutlich erkennen, die sich imhügeligen Lande Mittelbayern’s ausgedrückt haben. Von