478 Höhlen mit lebenden Hyänen und Schakal.
haben, den Diluvialschlamm, mit oder ohne Knochen, indie Höhlen oder Spalten hineinzuführen. Die Höhlenzugängewurden dabei verstopft, Vegetation entzog sie hierauf derBeachtung, bis dass sie mehr zufällig wieder entdecktwurden. Die Ausfüllung der Höhlen durch hochliegendeOeffnungen dürfte beweisen, dass eine solche Fluth wenigstensmehrere 100 Fuss hoch war.
Zur Erklärung mancher Erscheinungen bei Knochen-höhlen sind die Beobachtungen nicht unwichtig, welcheKapitain Sykes im Pabool und zwei anderen Districten überdie Bewohnung der Höhlen durch lebende Hyänen ange-stellt hat. Um den Höhleneingang lagen Knochen zerstreut,im untersten Gange einer anderen Höhle fand man eineMenge ganzer und zerbrochener Knochen von Ochsen,Schweinen, Hunden, Schafen etc.; in einer anderen Höhlelagen Reste von Hirschen und Stachelschweinen und inmehreren Höhlen Hyänenexcremente. Es fehlte nur, dasseine Diluvialfluth die Hyänen in den Höhlen überraschte unddie umherliegenden Knochen mit Schlamm und Gerollennoch hineinführte, um ähnliche Höhlen entstehen zu las-sen, wie die jetzt mit fossilen Knochen. Es ist ferner hieranzuführen, dass der Asien und Afrika bewohnende Scha-kal neulich auch in Dalmatien gefunden wurde, undzwar auf den Inseln Giupana und Corzola, auf dem FelsenJaclian und im nördlichsten Theil der Halbinsel Punta oderSabioncello. Er bewohnt schmale, tiefe und verborgeneFelsspalten und Höhlen, und nähret sich von Schafen, Ge-flügel, Wachteln, Störchen etc., Trauben, Oliven, Feigen,häult kläglich in gezogenen langsam verklingenden Tönenund flieht den Menschen. Nach einem vom Hauptmann v.Schaller nach Wien geschickten Männchen soll dieser wildeHund der wahre Schakal (Canis aureus, Lin.) seyn.
Ich lasse nun eine Uebersicht der bis jetzt bekanntenKnochenhöhlen der Erde folgen. England mache den Anfang.