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Palaeologica zur Geschichte der Erde und ihrer Geschöpfe / von Hermann von Meyer
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Höhle von Kirkdale.

wenige ganz, die meisten sind in scharfkantige Stückezerbrochen. Es hat sich kein einziges Skelett vollständigvorgefunden. Buckland führt Reste von 23 Thierarten auf:6 Fleischfresser, nämlich Hyäne, Tiger, Bär, Wolf, Fuchs,Wiesel; 4 Pachydermen: Elephant, Rhinoceros, Hippopo-tamus, Pferd; 4 Wiederkäuer: Ochs und drei Hirscharten;4 Nager: Hase, Kaninchen, Wasserratte und Maus; 5Vögel: Rabe, Taube, Lerche, eine kleine Ente, und einunbestimmbarer Vogel (vielleicht Schnepfe). Die Restealler dieser Thiere liegen durcheinander und von den grösstenThieren, wie Elephant und Rhinoceros, ragen welche mitandern in die engsten Schlupfwinkel hinein. Einige Knochenund auch solche von Hyänen zeigen Benagung. Die zahl-reichsten Thiere waren die Hyänen; Buckland zählt Restevon nicht weniger als 200 oder 300 Individuen. Tiger, Bär,Fuchs, Wolf und Wiesel sind sehr selten. Nach den Hyänenwaren die Wiederkäuer am zahlreichsten; es sind ungefähr10 Mahlzähne von Elephanten bekannt, die sehr jung ge-wesen seyn mussten; von Hippopotamusmahlzähnen kannteBuckland deren 6; Rhinoceroszähne sind weniger selten;es sind wahrscheinlich zwei Ochsenarten angedeutet; dieZähne von Wasserratten sind überaus zahlreich; wahr-scheinlich hat dieses Thier in Menge an den Ufern desSees gelebt, der, wie die Gestalt der Gegend es wahr-scheinlich macht, früher hier vorhanden war. Bucklandglaubt aus seinen Beobachtungen über diese Höhle folgernzu dürfen, dass sie während einer langen Reihe von Jahrenvon Hyänen bewohnt war, welche die andern Thierkörper,deren Reste man darin vorfindet, hineingeschleppt haben.Sie hätten alle diese Thiere, auch Wasserratten, Mäuseund Vögel, verzehrt und wären auf sich selbst losgegangen,was mit dem Hyänencharakter wohl verträglich ist. BeimZerbeissen der Knochen mit ihren scharfen Zähnen hättennothwendig Knochenfragmente auf den Boden fallen müssen.