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allen Welttheilcn nicht mehr statt haben, und jeder würdeauf seinen kleinen Kreis beschränkt sich weder um fremdeLänder, noch um Entdeckungen in denselben bemühen, die kei-nen Neitz mehr für ihn haben können. So viele und so großeZwecke wußte die Natur durch das einfache Mittel der Nei-gung der Erdare gegen die Ekliptik zu erreichen.
Die innere Beschaffenheit und die physischen Eigenschaf-ten der Erde kennen wir, die wir sie bewohnen, allerdingsnaher, als die der anderen Planeten; aber wir sind noch sehrweit entfernt, eine vollständige Kenntniß derselben zu besitzen,und alles, was wir von ihr wissen, bezieht sich bloß aufdie äußerste Oberfläche derselben, auf die Außenseite desBuches, in dessen Inneren wir wohl nie lesen werden, da seitJahrtausenden unsere scharfsinnigsten Untersuchungen bloß da-mit sich beschäftigten, den Band dieses großen Buches zu be-wundern , oder den Staub, der es bedeckt, naher kennenzu lernen. Bloß die Astronomie lehrt uns, daß die Masse,aus welcher das Inner? der Erde besteht, im Allgemeinen vier-mahl so dicht als Wasser ist, (I. <S. 357.) aber ohne über dieVertheilung und Anordnung der Theile dieser Masse etwas zuentscheiden, so daß es dein freyen Spiele unserer Phantasieüberlassen bleibt, die Höhlen und Klüfte im Innern der Erdemit Luft und Wasser, oder mit Magneten oder endlich mitGnomen und Berggeistern zu bevölkern. Doch trägt diesesAeußere noch deutliche und unverkennbare Spuren von ei-nem früheren Zustande der Erde, der von ihrem gegenwärti-gen sehr verschieden gewesen seyn mag, so wie von großen,weit verbreiteten Revolutionen, welche die Oberfläche derErde in einer Zeit, in die keine Menschcngeschichte reicht,vielleicht mehr als einmahl umgestaltet haben.
Daß die Erde einst flüssig war, beweist ihre Gestalt,die Kugelform sowohl, als noch mehr die Abplattung dieserKugel an ihren Polen durch die Notation. Auf dieser flüssi-