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gen Masse, deren Umfang den gegenwärtigen Umfang derErde wahrscheinlich weit übertraf, wütheten und kämpftenFeuer und Wasser, diese zwey allmächtigen Kräfte der Natur,und entwickelten durch Niederschlag oder Crystallifation denGranit, das Urgebirge, das eigentliche Gerippe der Erde,in welchem weder Reste von Pflanzen noch von Thieren ge-funden werden, die unter jenen stürmenden Umwälzungen nichtentstehen, und noch weniger dauernd bestehen konnten.
Jahrtausende vielleicht nach dieser ersten Epoche brachdie äußerste Granitrinde, welche die Erde umgab, durch Ein-stürzung innerer großen Höhlen, oder durch die Wirkung in-nerer Dämpfe oder gewaltsamer Fluthen zusammen, daherwir dieses Urgebirge jetzt noch nur in beynahe senkrechtstehen-den Schichten erblicken.
Aus dem Fuße dieser eingestürzten Trümmer, der nochin die anfängliche Flüssigkeit getaucht war, entwickelten sichin wahrscheinlich sehr langen Perioden die Ganggebirg'evon einfachem Thon und Kalke, deren Spalten und Gängebereits die Lager der Erze enthielten, und die noch hohe, abernicht mehr senkrechte, sondern mehr in die Länge sich deh-nende und abgerundete Gebirge bilden. Auf diese folgten ineiner dritten Periode, dieFlößgebirge, die nie zu einerso großen Höhe steigen, wie die Granit- und Ganggebirge,die aus mannigfaltig abwechselnden Schichten verschiedenerStein- und Erdarten bestehen, die nahe den Ganggebirgen,an welche sie sich lehnen, steiler, und indem sie sich von die-sen entfernen, immer flacher liegen, bis sie in beynahe hori-talen Schichten in die Ebene hcrabfteigen. Diese sind wahr-scheinlich spät nach jenen ersten zerstörenden Catastrophenbloß durch Aufschwemmungen der schon ruhigeren Gewässerentstanden, daher man in ihnen z. B. in den Cordillerennoch in einer Höhe von fünszehntausend Fuß über dem ge-genwärtigen Spiegel des Meeres jene bewunderungswürdi-