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Körper befindlichen Luft von innen heraus, daher wird dieserDruck nicht fühlbar, so wenig als die Fische dennoch vielstärkeren, aber ebenfalls nach allen Seiten wirkenden Druckdes Wassers empfinden. Nach Mariotte's bekanntem Gesetze(l. S. 63) ist die Dichte so wie die Elasticität der Luft demGewichte der auf ihr liegenden oberen Schichten der Atmo-sphäre , oder dem sie zusammenpressenden Drucke, also derBarometerhöhe proportional, woraus folgt, daß, wenig-stens bey unveränderter Temperatur, die Dichte der Lust,also auch die Barometerhöhe in einer geometrischen Propor-tion abnimmt, wenn die Höhe der Luft über der Erdober-fläche in einer arithmetischen Proportion zunimmt, und daßdaher die Atmosphäre über der Erde mit immer abneh-mender Dichte sich ins Unendliche ausdehnt.
Da aber die Temperatur der Luft nicht unveränderlichist, so wird die in den höheren Theilen der Atmosphäreherrschende Kalte die Dichte der oberen Luftschichten wiedervermehren, und der Atmosphäre eine Gränze setzen, oder dieBeschaffenheit derselben hinreichend verändern, um ihre Aus-dehnung aufzuheben. Die Höhe der Luftschichten, die nochdicht genug sind, das Licht der Sonne merklich zurück zuwerfen, oder die Höhe der noch dämmernden Atmosphäreüber der Erdoberfläche ist nahe zehn deutsche Meilen; diegrößte Höhe aber, in welche Menschen bisher gekommen sind,hat Gay-Lussac erreicht, der sich in einem Luftballon über2lOOO Fuß, also doch noch nicht eine deutsche Meile erhob.
Die Luft ist so fein, daß sie sich durch die kleinstenRäume, z. B. durch die selbst in Microscopen unsichtbarenPoren des Holzes drängen läßt, aber sie gehört doch schonunter die sperrbaren Stoffe, da sie viele Körper, Metall,Glas tt. s. f. nicht zu durchdringen vermag; sie läßt sich da-her von bestimmten Räumen umschließen, und eigenen Ver-suchen unterwerfen, was z. B. bey dem Wärmestoffe bisher