Band 
Zweyter Theil.
Seite
215
JPEG-Download
 

215

Körper absortirt wird, welche daher für die Umgebungendesselben verloren geht, weil er sie gleichsam selbst zu jenenbeyden gewaltsamen Aenderungen seiner innern Organisationverbraucht. Das Gegentheil wird bey dem Uebergange derKörper aus dem luftförmigen in den tropfbaren, oder ausdem letzten in den festen Zustand bemerkt, wo wieder einegroße Menge Wärme, die anfangs in den Körper latent war,und die eben zur Erhaltung des flüssigen Zustandes dessel-ben nothwendig war, durch diesen Uebergang in den festerenZustand frey wird, wodurch auf der Oberfläche der Körpereine höhere Temperatur entwickelt, und den zunächst liegen-den Körpern mitgetheilt wird. Diese doppelte merkwürdigeErscheinung wird von einer Menge der alltäglichsten Erfah-rungen bestätiget.

So wird im Sommer die Hitze unserer Wohnzimmerdurch das Verdünsten des aufgespritzten Wassers gemildert;das zum Verkaufen auf der Straße ausgelegte Obst durchdasselbe Mittel frisch erhalten; so belegen die Schnitter ihreWasserkrüge mit feuchten Tüchern, wozu man in Aegypten noch vortheilhafter Trinkgefäße von sehr porösem Thone be-nützt, durch welche das Wasser dringt, und an der Außen,seile stark verdünstet, daher das unangenehme Gefühl vonKälte, wenn man aus dem Bade steigt; daher endlich dasAusdauern der Menschen in den verschiedenen Himmelsstri-chen, indem die größere Hitze bloß durch das dadurch ver-mehrte Ausdünsten wieder gemildert, und die innere Tempe-ratur des Körpers nahe auf demselben Grade erhalten wird,so daß es den bekannten Naturforschern Banks und Solan-der möglich war, volle acht Minuten in einem Ofen zu ver-bleiben, in welchem das Thermometer zwanzig Grade R.über den Siedepunkt stand. Wenn also, wie es sehr wahr-scheinlich ist, der die Cometen umgebende Nebel bloß dasResultat ihrer Verdünstung durch erhöhte Temperatur ist, so