Band 
Zweyter Theil.
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entdeckte Kepler einen Stern der ersten Größe im östlichenFuß des Ophiuchus, der »ach einem Jahre ebenfalls völligverschwand. Den 20. Junius 1670 sah Eaffini am Kopfedes Schwans einen Stern der dritten Größe, der schon nach zweyMonathen zu der fünften herabsank, und bald darauf unsicht-bar wurde; in dem folgenden Jahre erschien er wieder mitschnellem auflodernden Lichtwcchfcl und verschwand endlichnach einem Jahre gänzlich, vielleicht auf immer. Diese Er-scheinungen mögen unter den kleineren und selten beobachte-ten Sternen noch viel häufiger seyn, und wenn wir in denalteren Stern-Catalogen viele der darin aufgeführten selbstgrößeren Sterne nicht finden, während uns andere am Him-mel glänzen, die unfern Vorgängern unbekannt waren, sokönnen doch nicht alle der Nachlässigkeit der früheren Beob-achter oder ihren Nechnungs- und Schreibfehlern zugeschrie-ben werden. In der That, warum sollte nicht Wachsen undAbnehmen, Entstehen und Vergehen, Leben und Tod dortoben eben so wechseln, wie wir dieß hier unten bey allenWerken der Natur bemerken? Daß unter diesen großen Kör-pern des Himmels, wie hier unter den kleinern unseres Pla-netensystcmcs, auch gegenseitige Reibungen und Störungenund vielleicht selbst Vernichtungen statt haben, zeigt unsschon die eigene Bewegung derselben, von welchen nur wenige,vielleicht keine ausgenommen sind.

Wenn man nähmlich von zwey, z. B. am Anfange undEnde eines Jahrhunderts beobachteten Orten eines Sternsalle bekannten kleinen, bloß scheinbaren Bewegungen dessel-ben, Aberration, Nutation und Präccssion wegnimmt, sosollten dann beyde so corrigirte Rectasccnsionen oder De-clinationen dieselben seyn. Dieses ist aber bey keinem Fixsterneder Fall, und die oft bedeutende Differenz kann nicht gutanders, als aus einer eigenen Bewegung derselben erklärtwerden. So ist nach Piazzi die hundertjährige eigene Bewegung