Band 
Zweyter Theil.
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255
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Es ist merkwürdig, daß auch bey vielen Doppelsternendie eigene Bewegung bey beyden Sterne nahe dieselbe ist, zumBeweise, daß sie wirkliche, nicht bloß scheinbare Doppelsternesind. Denn wenn sie bloß nahe auf derselben Gesichtslinie,übrigens aber weit hinter einander stünden, so würde ihregemeinschaftliche eigene Bewegung uns wohl nur sehr seltengleich groß erscheinen. So hat jeder der beyden Doppclsternevon 61 Schwan eine säculäre Bewegung von 534" in Rect-asccnsion, und von 315" in Poldistanz, also nicht nur einegleiche, sondern auch eine sehr große eigene Bewegung,woraus man auf die größere Nähe dieses Sternenpaaresschließen wollte, eine Voraussetzung, die sich aber nicht be-stätiget hat, da die mit Sorgfalt angestellten Beobachtungenan diesen beyden Sternen durchaus keine merkbare jährlicheParallaxe gegeben haben. Uebrigens kann ein großer Theildieser so genannten eigenen Bewegung der Sterne doch nurwieder eine scheinbare seyn, und von der eigenen Bewegungunserer Sonne kommen, durch welche sie ihr ganzes Plane-ten- und Cometensystem mit sich im Raume fortführt. Eingänzlicher Mangel der eigenen Bewegung aber läßt sich beyden Fixsternen nicht denken, da sie sonst durch ihre gegensei-tige Anziehung aufeinander stürzen und sich zerstören würden.Bey unserer Sonne ist das Daseyn, ja die Nothwendigkeiteiner eigenen Bewegung derselben im Raume schon durch dieExistenz ihrer Rotation erwiesen, da diese Rotation nurdurch einen anfänglichen Stoß entstanden seyn kann, des-sen Richtung nicht durch den Mittelpunkt der Sonne ging,