Band 
Zweyter Theil.
Seite
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So wie also das Gewicht dem Pendel hie Verlorne Kraft im-mer ersetzt, während das Pendel wieder die Bewegung desGewichtes gleichförmig macht, eben so führt die Hauptsederder Spirale neue Kraft zu, wahrend die regelmäßigen Schwin-gungen der Spirale die Bewegung der Hauptfeder und da-durch des ganzen Räderwerkes reguliren. Dort sind beydeKräfte, die bewegende und die regulirende, unmittelbare Wir-kungen der Schwere, hier aber sind sie die Folgen einer viel-leicht nicht weniger durch alle Körper der Natur verbreite-ten Kraft, der Elasticität. Auch die Erfindung der Spiral-feder, so wie die des Pendels, verdankt man Huyghens,obschon die erste einige Fahre früher von dem EngländerHook bekannt gemacht zu seyn scheint.

Man sieht aus allem Vorhergehenden, daß zu einemguten Gange der Uhr, nebst der vollkommenen Ausarbeitungaller ihrer Theile, vorzüglich das gehörige Verhältniß derHauptfeder zur Spirale und Unruhe gehört, um der letztennicht mehr und nicht weniger Bewegung mitzutheilen, alssie verloren hat. Da im Allgemeinen die Schwingungen derSpirale desto länger dauern, oder da die Uhr desto langsa-men gehen wird, je länger die Spirale ist, so muß manein Mittel haben, die Länge dieser Spirale nach Bedürfnißzu ändern.

Dazu dient die Richtscheibe, ein Rad, welches un-ter dem Umfange der Unruhe in einen gezähnten Bogen ein-greift, der auf einem Arme zwey Stifte trägt, zwischen wel-chen die Spirale eingeklemmt ist. Wenn man mit dem Uhr-schlüssel die Richtscheibe dreht, so werden jene zwey Stiftevor - oder rückwärts geschoben, und dadurch die Spiraleverkürzt oder verlängert, da ihre eigentliche Länge nicht vonihrem an das Gehäuse fest genieteten Ende, sondern offen-bar von diesen beyden Stiften gerechnet werden muß, indemder Theil der Spirale, welcher hinter den Stiften ist, nichtmitschwingt.