Band 
Zweyter Theil.
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Brechung des Lichtes.

Wenn ein Lichtstrahl auf einen durchsichtigen Körperschief auffällt, so wird er auch von dem Körper in einer schie-fen Richtung angezogen, und der Strahl wird dadurch vonseiner vorigen Richtung abgelenkt oder gebrochen. Denkt mansich in dem Einsallspunkte eine auf die Oberfläche des Körperssenkrechte Linie, das Einsiallsloth, so heißt der Winkeldes einfallenden Strahles mit diesem Lothe, der Einfalls-winkel, und der Winkel des gebrochenen Strahles mitdem verlängerten Einfallslothe der gebrochene Winkel.Das allgemeine Gesetz dieser Brechung besteht darin, daß dergebrochene Strahl immer in der Ebene liegt, welche dereinfallende Strahl mit dem Lothe bildet, und daß für das-selbe brechende Mittel das Verhältniß des Sinus des Ein-fallswinkels zu dem Sinus des gebrochenen Winkels immereine co nstante Größe ist, die wir der Kürze wegen n nen-nen wollen. Diese constante Größe n ist nähmlich das Ver-hältniß der beyden Geschwindigkeiten, welche das Licht nachund vor dem Eintritte in das brechende Mittel hat. Für Lustund gemeines Glas ist diese Größe n = |, oder genauer1.545 ; für englisches Kronglas 1.55, Flintglas 1.58,Wasser 1.34, Weingeist 1.37, Bernstein 1.55, Diamant2.44.

Aus diesem Gesetze folgt unmittelbar, daß die Strah-len , welche senkrecht auf die Oberfläche eines Körpers fallen,keine Brechung leiden, und daß alle Strahlen, welche durchsolche Mittel, die auf beyden Seiten durch parallele Ebenenbegränzt sind, gebrochen werden, nach der Brechung die-selbe Richtung haben, welche sie vor der Brechung hatten,daher man durch solche parallele Gläser alle Gegenständeeben so wie mit freyen Augen sieht.

Wir gehen daher wieder sogleich zu krummen Oberflä-