Band 
Zweyter Theil.
Seite
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Vorhergehenden bey der converen Linse die violetten Strah-len die nächsten, bey der concaven aber die entferntesten sind,so ist offenbar, daß man zu jenem Zwecke, statt einen ein-fachen eonvcrcn Objective, ein doppeltes anwenden muß, vonwelchen das eine conver, und das andere concav ist. Dol-lvnd führte der erste solche achromatische Fernrohre mitdoppelten Objectiven aus, und Frauenhofer brachte sie erstin unseren Tagen zu ihrer gegenwärtigen Vollkommenheit.Sie vereinigen mit dem farbenlosen Bilde noch zugleich denVortheil, daß sie bey derselben Vergrößerung und Deutlich-keit eine viel geringere Länge haben, als die älteren Fern-rohre mit einfachen Objectiven. (ß).

Da es interessant und zuweilen selbst nothwendig ist,die Vergrößerung eines Fernrohres genau zu kennen, so wol-len wir noch einige Methoden angeben, sie durch Versuche zubestimmen. Das einfachste Mittel zu diesem Zwecke ist die un-mittelbare Messung der Brennweite des Objectives und derBrennweite des Oculars, indem man durch eine kleine Ocff-nung in einem verfinsterten Zimmer Licht auf diese Linsen fal-len läßt, und eine Tafel oder ein Blatt Papier hinter derLinse so lange von ihr entfernt, bis äußere sehr entfernteGegenstände ein vollkommen deutliches Bild auf der Tafelgeben, wo dann die Entfernung der Tafel von der Linse dieBrennweite derselben ist. Auch kann man die Linse selbst miteiner Papicrscheibe, worin zwey kleine Löcher sind, bedecken,und dann, wenn man die Fläche der Linse gegen die Sonnehält, den Punkt suchen, wo die durch die Löcher gehendenStrahlen sich vereinigen. Kennt man so die Brennweite desObjectives und des Oculars, so ist die erste durch die letztedividirt, die gesuchte Vergrößerung des Fernrohres. Alleinbey sehr großen sowohl, als auch bey sehr kleinen Brennwei-ten hat die genaue Messung derselben Schwierigkeiten, da-her auch die Resultate oft noch sehr fehlerhaft sind.