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li'chen subtrahirt werden, um die wahre Zcnithdistanz zuerhalten.
Man sieht, daß diese Kreise nicht mehr so complicirt inihrem Baue sind, als die Multiplicationskreise, und daßdiese Einfachheit ihrer Eonstruction auch die Sicherheit ihresGebrauches vermehrt. Ueberhaupt erscheint das Prinzip derMultiplikation, welches Tobias Mayer nur eingeführt hat,um den minder vollkommenen und unsicher getheilten Kreisenseiner Zeit zu begegnen, in unseren Tagen als überflüssig, jasogar als der Genauigkeit der Beobachtungen schädlich, dadie neueren eben so gut centrirten, als vollkommen getheiltenInstrumente dieser Hülfe nicht mehr bedürfen; da, wie dieErfahrung lehrt, eine einzige Beobachtung an einem einfachenKreise gewöhnlich denselben Werth hat, wie das Mittel meh-rerer an einem Multiplicationskreise, und da endlich durchden complicirten Bau des letzteren und die immerwährendenBewegungen ihrer Theile in einander Fehlerquellen eröffnetwerden, die eine fortgesetzte Multiplication aufzuheben oderzu ersetzen nicht im Stande ist. Dazu kömmt noch, daßdie Beobachtungen an Multiplicationskreisen viel beschwerli-cher und zeitraubender sind, als die an den einfachen, indemdort nicht bloß eine wenigstens doppelte Zenithdistanz beob-achtet. sondern auch noch bey jeder Beobachtung die Zeit der-selben bemerkt, und endlich jede Beobachtung selbst wiederdurch eine eigene Rechnung auf eine andere Zeit übergetra-gen werden muß. Zwar scheint dieses, nach dem bisher er-klärten Gebrauche des einfachen Kreises, auch für diesen noth-wendig zu seyn; allein man wird von selbst bemerken, daßdiese Kreise auch noch einer anderen viel einfacheren Behand-lung fähig sind, wenn anders, was man bey jedem dieser In-strumente mit Recht voraussetzen darf, der Collimationsfehlerdesselben constant, wenigstens nicht zu sehr veränderlich ist.Hat man nähmlich durch die oben angezeigte doppelte Bcob-