Band 
Zweyter Theil.
Seite
202
JPEG-Download
 

202

daher ist die Differenz der wahren, mittlern oder Stcrnzei-tcn dieser Erscheinungen an verschiedenen Orten auch zugleichdie Differenz der geographischen Länge dieser Orte.

So leicht aber die Berechnung dieser Finsternisse ist,eben so schwer ist die genaue Beobachtung derselben, beson-ders bey unserem Monde, da es vorzüglich wegen dem Halb-schatten der Erde beynahe unmöglich ist, den Augenblickdes wahren Anfangs und Endes genau zu bemerken. Etwasgenauer sind die Beobachtungen der Ein - und Austritte derMondsflecken in und aus den Schatten der Erde, und nochbesser lassen sich die Ein- und Austritte der Satelliten Ju-piters beobachten, vbschon auch sie lange nicht die Ueberein-stimmung gewähren, welche man wohl wünschen möchte, dadie Differenzen der durch sie erhaltenen Längenunterschiedebey den einzelnen Beobachtungen auf 10, 20 und mehrereZeitsecunden gehen. Um aber doch durch die letzten nochbrauchbare Resultate zu erhalten, muß man an beyden Or-ten so viel möglich gleich starke Fcrnröhre brauchen; eben soviele Ein - und Austritte unter einander vergleichen; diezwey von Jupiter am meisten entfernten Satelliten ausschlie-ßen, und alle solche Beobachtungen gänzlich vermeiden, diezu nahe bey der Opposition Jupiters mit der Sonne gemachtwerden. Da es übrigens hier bloß auf eine einfache Subtrac-tion der beyden Beobachtungszeiten ankömmt, so wird esüberflüssig seyn, diese Art der Längcnbestimmung durch Bey-spiele zu erläutern.

2 - §-

Da diese Erscheinungen des Himmels nicht mit der hiernöthigen Scharfe beobachtet werden können, so hat man siedurch andere ähnliche Erscheinungen auf der Erde, die dieserDorwurf nicht trifft, zu ersetzen gesucht. Hierher-gehören vor-züglich die sogenannten Pulversignale, oder die Flam-men, welche von der Entzündung von 35 Loth gemeinen