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Allgemeine Grundsätze der Bleichkunst : oder theoretische und praktische Anleitung zum Bleichen des Flachses, der Baumwolle, Wolle und Seide, so wie der aus ihnen gesponnenen Garne, und gewebten oder gewürkten Zeuge; nach den neuesten Erfahrungen der Physik, Chemie und Technologie / bearbeitet von Sigismund Friedrich Hermbstädt
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211
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selcher aus den Stoppeln eines Kornackecs, undzwar so, in dünne Reihen ausgebreitet, daß zwi-schen zwey und zwey Reihen allemal ein regelmä-ßiger Weg zum Gehen bleibt. Hier bleibt nun dergelagerte Flachs der statt findenden Witterung,nemlich dem abwechselnden Regen und Sonnen-schein, so lange ausgesetzt, bis derselbe auf derobern Seite die gehörige Rösrung oder Rösrreifeerhalten hat; welches daran erkannt wird, daßder Stengel eine gelbe Farbe annimmt, daß erseine vorige Biegsamkeit verliert, daß er beymBiegen leicht bricht, und der Bast von der Faserleicht trennbar ist.

§. 308.

Ist dieser Zeitpunkt eingetreten, so wird derFlachs, ohne ihn zu verwirren, behutsam umge-wendet, damit nun die obere Seite nach unten zuliegen kommt; und in diesem Zustande bleibt der-selbe nun abermals so lange liegen, bis auch dieseSeite gehörig geröstet ist. Die Zeit, welche er-forderlich ist, jene Operation zu beendigen, hängtvon der Witterung ab. Ist diese günstig» nemlich,wechseln am Tage Regen und Sonnenschein, unddes Nachts Thau regelmäßig mit einander ab, soist sie bereits während drey bis vier Wochen been-diget; findet hingegen Mangel an Regen, ThaUund Sonnenschein statt, ist die Witterung anhal-tend trocken und kalt, dann können auch oft sechs,acht bis zehn Wochen dazu erfordert werden.

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