der Optick. 957
zugroßen Weite von dem Auge das Bildleinſo klein werden, daß es einen untheilbahren
unet in dem Auge einnimt, und alſo die Sa-2 nicht mehr ſo abbildet. Derowegen,weil ſich das Sehen nach dem hinter dercryſtallenen Feuchtigkeit formirten Bildleinrichtet; ſo kan in dieſem Falle die Sachenicht geſehen werden.
Der 7. Zuſatz.
31. Weil nun keine Sache in der Naͤheiſt, wo nicht einige kleine Theile; hingegen,auch keine in der Weite, wo nicht einige großeTheile unſichtbahr ſeyn ſolten; ſo kan manweder jene noch dieſe mit bloßen Augen gantzdeutlich ſehen, wiewol jene deutlicher alsdieſe. Denn wir ſehen etwas deutlich, wennwir alle Theile unterſcheiden koͤnnen, welchein der That von einander unterſchieden ſind.
Die 1. Anmerckung.32. Woltet ihr zweifeln, daß die cryſtallene Feuch-tigkeit in dem Auge eben dieſe Wuͤrckung behalte, wel-che ſie auſſerhalb dem Auge hat; ſo duͤrfet ihr nuruach des Carteſti Exempel von einem Ochſen⸗Augedie harte und ſchwartze Haut hinten wegſchneiden, dochſo/ daß ihr das netzfoͤrmige Haͤutlein über der glaͤſer-nen Feuchtigkeit laſſet/ und ihr werdet an dieſemHaͤut-lein eben wie vorhin, auf dem Papiere das umgekehrteBildlein des brennenden Lichts mit der wanckendenFlamme gantz deutlich ſehen. Ihr koͤnnet auch woldas netzfoͤrmige Haͤutlein wegnehmen, und an deſſenſtatt etwas von dem Haͤutlein aus einer Eyerſchaale
über die glaͤſerne Feuchtigkeit legen. 6
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