Band 
[Band 3.]
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der Gptick. 959

ches mit der cryſtallenen Feuchtigkeit in dem Augeüberein kommt) das Licht hinein fallen laßt. Denn esmahlen ſich in einer gewiſſen Weite von dem Glaſe alleSachen, welche von denen Strahlen auf das Glasfallen koͤnnen, umgekehrt ab, auf das allerdeutlichſtemit ihren naturlichen Farben und Bewegungen.Und werdet ihr auch hier wahrnehmen, daß die Bilderder nahen Sachen groͤſſer ſind, als der weiten, daßdas weiſſe leinene Tuch oder die Wand, worauf ſichdas Bild abmahlen ſoll, naͤher bey dem Glaſe ſeynmuß, wenn die Sache weit weg iſt, als wenn ſienahe iſt: daß, wenn das Glas die Rundung einergroßen Kugel hat, die Wand weiter ſeyn, und dasBild groͤſſer wird, als wenn es die Rundung einerkleinen Kugel hat. Ihr habt nemlich die geſchliffe-nen runden Glaͤſer nicht anders anzuſehen, alswenn ſie von einer glaͤſernen Kugel abgeſchnittenwaͤren. Nemlich die von einer Seite erhabenen ſindAbſchnitte von einer Kugel: die von beyden Seitenerhabenen ſind doppelte entweder von einer, odervon verſchiedenen Kugeln, welche mit ihren plattenSeiten zuſammen gelegt werden. Einen dergleichenverfinſterten Ort, von welchem wir hier reden, pflegtman eine Cameram obſcuram zu nennen. Und iſtzu mercken, daß, wenn das Loͤchlein ſehr klein iſt,nicht viel groͤſſer als eine Linſe oder Erbſe, das ge-ſchliffene Glas wegbleiben kan. Denn, weil als-denn die Strahlen des Lichts, welche von ver-ſchiedenen Puncten der Flaͤche eines Coͤrpers hineinfallen, alle auf beſondere Puncte der Wand treffen,und ohne Vermengung in das Auge zuruͤcke geworfenwerden: ſo muͤſſen ſie noch eben die Kraft behalten,welche ſie vorher hatten, nemlich die ſtrahlendenPuncte, von welchen ſie ausgefloſſenſind, vorzuſtellen.6 Die 6. Erfahrung.

38. Leget den Spiegel an das gen-ſter, und tretet vor denſelben· Nehmetwa ho,