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10/2 (1789) Die Gradierkunst / Franz Ludwig Cancrinus
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8a Erſte Gruͤnde

haͤngt ganz allein von den Ortsumſtaͤnden einesSalzwerks ab, und komt es dabei darauf an, obſich die Salzſole leicht gradieren laͤſt? ob ſolcheden Gries fruͤh, oder ſpat abſezt? Ob bic Bau-koſten wolteil, oder theuer ſind? Ob der Brandin einem geringen, oder hohen Preiſe ſtehet? Obder Arbeitslohn geringe, oder hoch ifi? Und obbae noͤtige Maſchinenweſen ohne ungeheure Ko-ſten auf eine groſe Gradierung angelegt werden kan?Alſo von allen dieſen Umſtaͤnden in den folgenden$.$. etwas mehr.$. 307.

Die Erfahrung lehrt, daß einige Solen in denerſten, andere in den mittlern, und noch andere,welches am haͤufigſten zu geſchehen pflegt, erſt inden hoͤhern Graden ihrer Loͤthigkeit, bei ſonſteinerlei Umſtaͤnden, am geſchwindeſten gra-dieren. Jndeſſen muß man hierbei bemerken, daßſo lange eine Sole noch Gries abſezzet, dieſe Sole,als eine Maſſe von Salz und Waſſer betrachtet,wirflich nach einem Fall uͤber eine Gradierwand mehrgradiert hat, als die Spindel angibt, weil vordieſem Falle der ſich in dieſer Wand abgeſezte Griesmit unter dem Salzgehalt angegeben worden(F. 75).Eine Sole alſo, die in der erſten und mittlernLoͤthigkeit am geſchwindeſten, in einer hoͤhernLòͤthigkeit aber am langſamſten gradieret, mußman, beſonders dann, wenn ſolche den Griesbald