2 Anfangsgründe der Rechenkunst.
um deswillen nöthig, weil die Rechenkunst eineWissenschaft ist, die sich mit der Vergleichung ver-schiedener Zahlen beschäftigen und die Regeln vor-tragen soll, nach weichen aus gegebenen und bekann-ten Zahlen andre unbekannte gesunden werden können.
2 §.
Wenn man mehrere Dinge zusammenzählt, sosind es allemahl entweder würklich Dinge von einer-ley Art, oder man sieht wenigstens beym Zusam-menzählen auf ihre Verschiedenheit nicht. Bey derFrage: wieviel? wird deswegen allemahl zugleichausgedrückt, was eL für Dinge seyn sollen, derenAnzahl man wissen will. Sind Personen von bey.derley Geschlecht in einem Zimmer bey einander, somuß man unstreitig die Frage: wie viele Mannsper-sonen sind da? anders beantworten, als die Frage:wieviele Personen überhaupt sind gegenwärtig? Esmüssen demnach die zusammengezählten Dinge, inso ferne sie eine Zahl ausmachen sollen, von einer-ley Art seyn.
3 §.
^ Oft kommt auch die Grösse der zusammengezähltenDinge in Betrachtung, obgleich eben nicht allemahl,und sodann müssen die zusammengezählten Dinge,welche die Zahl ausmachen sollen, auch gleich großseyn. Bey der Frage: wieviel? wird auch diesgemeiniglich ausgedrückt. Wir haben nemlich inallen Sprachen eine Menge von Worten, welchenicht allein die Art der Dinge ausdrücken, zu wel-cher die Sache gehört, sondern zugleich eine bestimm-te Grösse derselben. Alle Worte, welche die verschie-denen Maaffe, Gewichte, Münzen, u. s. f. ausdrü-cken, gehören hicher. So ist eine Elle eine Länge,
die