r4
Erstes Kapitel.
der Korkeiche, sagt Theophraft, gehen diese Fasernnach allen Seiten und verflechten sich mannigfaltig.Man sieht also, daß er sieb bloß durch den Augenscheinhat täuschen lassen, die sichtbaren Bündel von Schratt-bcngängen und Baströhren, welche das Holz und dieNerven der Blätter ausmachen, für einfache Fasernzu halten. Was Theophraft unter Adernverstanden, ist im Ganzen aus einzelnen Stellen deutlichgenug; denn er schreibt ihnen die Leitung der eigenthüm-lichen Säfte zu. Es sind daher die Lücken deß Zellge-webes, oder die eigenthümlichen Saftröhrcn, welchein den Milch« und Harzgebenden Pflanzen gewöhnlichsind, bey weitem aber nicht in allen Pflanzen vorkom-men. Wie sich aber damit eine Stelle reimt, (Iiist.i, 17.) wo er von der Blüthe des Lolchs ^oliumlsmutentum) sagt, daß sie aus Adern und Rindeund Fleisch bestehen, das ist unbegreiflich, wenn hierdie Verdorbenheit des Textes nicht der Grund der UnrVerständlichkeit ist.
Daß Fleisch der Pflanzen dem Theophraftjedes Zellgewebe heißt, ist sehr einleuchtend: auch legter ihm denselben Werth für die Vegetation bey, wel-chen die Neuern dem Zellgewebe zuschreiben.
Ausdrücklich eignet Theophraft den Wur-zeln, der Rinde, den Blättern, dem Holze, den Blü-then und Früchten die Bildung entweder aus allen dreyeinfachen Theilen, oder aus einem besonders vorwal-tenden zu. So besteht das Mark nach ihm aus Fleischund Säften: er entscheidet aber nicht über den vor-geblichen Nutzen des Marks zur Erhaltung der Pflanze,