Von der Oberhaut. §. 29. 189
Fläche allein wirken ließ, indem man die untern zu-sammen nahte.
Wenn man mit diesen Versuchen nun das Vor-kommen der Poren mehr auf der untern als auf derobern Fläche der Blätter vergleicht: so scheint es wohlausgemacht zu seyn, daß die Poren die Einsaugungvorzugsweise bewirken. Dies bestätigt auch Saus-sure, der besonders schon auf die drüsige Einfassungdieser Spalt-Ocffnungen Rücksicht nahm.?) Glei-chen glaubte eine ganz neue Entdeckung gemacht zuhaben, da er die Spaltöffnungen bei den Farrenkräu«lern fand. Ganz irrig hielt er sie für die männlichenDefruchkuugstheile. 4 ) Hedwig hatte sie fleißig,aber voll Vorurtheile untersucht, weit er die Zwischen-wände des Zellgewebes für Lymphgefäße nahm, derenMündungen diese Ocffnungen seyen; auch behaup-tete er, daß sie vielmehr zur Ausdünstung als zur Ein-saugung dienten, ohne für diese Meinung irgend einengültigen Grund anzuführen.') Er scheint bloß durchdas Vorurtheil, daß sie die Mündungen der vorgebli-chen Lymphgefäße der Oberhaut seyen, zu dieser Mei-nung verleitet worden zu seyn. Daß durch diese Oeff-nungen auch Feuchtigkeiten in die Theile der Gewächsegebracht werden können, sey kaum zu läugnen ; „ aber„viel Nahrung geben diese doch wohl nicht, ja wohl
2) A. a. O. S. no.
Z) Ob,erv»üoo, «ur I'e'corcs 6e, keuille, er6eoev» 1762.4.
4) Das Neueste aus dem Pflanzenreiche, S. 24. 30.
5) Sammt, zerstreut. Abh. r. S. irr. 129.