Von der Oberhaut. §.29. 19z
ist, verschlossen sind, wie ich mit Link an den Fich-tenblattern bemerkt habe. Sollten die Blätter indiesem Zustande stark ausdünsten oder einsangen tön«nen? Das ist nicht glaublich.
Mit einem Worte: die Verrichtung der Spalt-öffnungen ist bey weitem nicht in das gehörige Lichtgesetzt. Indessen wollen wir Vermuthungen wagen,wo wir nicht mit Gewißheit entscheiden können. We-der die materielle Einsaugung tropfbarer Flüssigkeiten,noch die Aushauchung des Sauerstoffgas oder andererGasarten kann der Zweck dieser Organe seyn. Dage-gen stehn sie in so merkwürdiger Verbindung mit denSchraubcngangen, sind in geraden parallelen Liniengeordnet, wo diese parallele Bündel bilden; stehn zer-streut, wo diese Netze in den Blättern machen, schei-nen offenbar mehr luftförmige Stoffe einzuhauchen,welche auf die höhere Lebensthäligkeit der Pflanzenwirken, daß wir nicht zu voreilig zu seyn glauben,wenn wir sie als die Organe betrachten, die die elek-trischen und polarisirenden Luftstoffe der Pflanze zu-führen und dadurch die höhere Thätigkeit entwickeln.In den Blättern bilden sich vorzüglich die eigenthümli-chen Säfte aus: ohne die Thätigkeit der erstem kannsich keine Blume, keine Frucht erzeugen. Die elektri-schen Stoffe der Atmosphäre, besonders Sauerstoff,Wasserstoff und Stickstoff, welche so mächtige Reizmit-tel für das Pflanzenleben sind, können wahrscheinlichohne einen besondern Apparat von Werkzeugen nichtaus den Dünsten der Atmosphäre abgesondert, in diePflanze aufgenommen und derselben angeeignet wer-
rz