Buch 
Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
Entstehung
Seite
195
JPEG-Download
 

Von der Oberhaut. H. 29.

enthält, deren Entwickelung und Zusammenwirken zurVollendung der Vegetation, zur Befruchtung undBildung der Saamen nothwendig ist. Die eigentlicheBlüthenkrone dünstet jene Stoffe aus den riechbarenTheilen vielmehr aus, als daß sie dieselben anzuziehnnöthig hatte. Nur die Monokotylcdonen und solchePflanzen, deren Kelche corollinisch sind, haben zumTheil eine größere Menge solcher Stoffe nöthig, umden Zweck der Vegetation zu erfüllen; daher sie Spalt-öffnungen in den Blumen besitzen.

Endlich ist der drüsige oder körnige Rand derOeffnungen, obgleich nicht überall, doch häufig vor-handen, nicht ohne wichtige Beziehung. Die Luft-stoffe, in Dünsten aufgelößt, müssen erst ausgezogen,zersetzt, oder anders verbunden werden, wenn diePflanzen-Substanz sie anziehn und sich aneignen soll.Dazu sind wahrscheinlich diese Organe bestimmt.

Auch wird man nicht befremdend finden, daßwir in der Oberhaut diese Organe für nothwendig hal-ten, um die atmosphärischen Stoffe zu zersetzen, auf-zunehmen und anzueignen; dagegen wir in den innernZwischenwänden des Zellgewebes sie verwerfen und einorganisches Durchschwitzen behaupten. (§. 15.) ImInnern der Pflanze wirken andere thätige Organe aufdie schon vorhandenen und zubereiteten Säfte; im äu-ßern Umfange aber sollen, entfernt von andern wirk-samen Organen, fremde Stoffe angezogen und aufge-nommen werden; dazu sind wahrscheinlich eigene Werk-zeuge erforderlich.