»zo Sechstes Kapitel.
fetzt, bis kein Aufbrausen mehr erfolgt, wird der Ho»mg völlig zersetzt, nimmt einen bittern widerlichen Gc«schmück an; und wenn man durch zugesetzte Schwefel»säure den Kalk wieder trennt: so ist der ganze Honigin eine saure Flüssigkeit verwandelt, die mit der Apfel»oder Sauerkleesäure die größte Aehnlichkeit hat. MitOehien geht der Zucker und Honig dieselbe Vei dindungein als Schleim: erwacht fie mit Wasser mischbar.Bey der trocknen Destillation giebt diese Substanz vielgekochtes Wafferstoffgas, brenzlichtes Oehl, Schleim«säure und endlich Kohle, ohne alle Spur von Laugen»salz oder Stickstoff. Sie geht, in Wasser ausgelöst,in die Wein - und Esstggährung über. Der Zuckerstoffenthält, nach Guyton's Berichtigung der Lavoi»ster'schen Analyse, 74 Theile Sauerstoff, 17 Theile Koh»len-und 8 Theile Wasserstoff, und ist also ein offen-bares Oxyde, dem man seinen Ueberschuß an Sauer»stoff rauben und ihn dadurch wieder zu Schleim ma-chen kann, so wie man im Gegentheil durch Oxyda,tion des Schleims und selbst des Starkmehls, Zuckerhervor bringt. Denn mit Weingeist behandelt, woihm der Sauerstoff entzogen wird, verliert der Zuckerseine krystallinische Form, seinen süßen Geschmack,und geht in die Natur des Gummi's über.
Diese Substanz ist selten ganz rein in den Pflan-zen; selbst das Nektar in den Blüthen enthält nebendem Zuckerstoff noch einen braunen Extraktivstoff, derim Weingeist auflöslich ist. Ja, mancher Nektarenthält gekohlten Wasserstoff so entwickelt, daß er da-durch betäubend wirkt, wie dies von dem Honig au-