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Sechstes Kapitel.
geht mit Oehlcn Verbindungen ein, wodurch ihre ei-genthümliche Natur versteckt wird, »nd hat gegen dieAlkalien nur eine geringe Verwandtschaft, indem fastjede andere Säure ihre Verbindungen mit diesen trennt.Mit Schwefelsäure destillirt, gehl sie, ohne großenVerlust an Kohlenstoff, in Essigsäure über.
Endlich hat die Blausäure ohne Zweifel dengeringsten Antheil an Sauerstoff, der höchst wahr-scheinlich mit vielem Stick - und Wasserstoff verbundenist. Dies letztere erhellt zum Theil aus ihrem stand-haften Geruch nach bittern Mandeln, noch mehr dar-aus, daß, wenn man das blausaure Kali, welchesgleichwohl sehr schwer eisenfrey zu erhalten ist, imWasser auflöset, sich kohlensaures Ammonium bildet,welches ganz unfehlbar aus Stick- und Wasserstoff be-steht. Ja schon in der Wärme riecht das blausaureKali nach Ammonium. Daher läßt sich auch das letz-tere mit der Blausäure gar nicht neutralisiren. IhrReichthum an Wasserstoff erhellt daraus, daß sie sichaus dem blausaurem Kali, mit verdünnter Schwefelsäu-re übergössen und erhitzt, in Gasform entwickelt. DiesGas ist entzündlich, hat den Geruch und Geschmackvon bittern Mandeln, liefert nach dem Verbrennen mitSauerftoffgas, Stickgas, Kohlensäure und Wasser.Auch löset sie sich leichter in Weingeist als in Wasserauf. Sie hat so wenig Sauerstoff, daß sie durch alleSäuren aus ihren Verbindungen getrennt wird, unddaß sie nicht einmahl die LackmuStinktur röthet, auchdurch die Salpetersäure gänzlich zerstört wird.