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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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Sechstes Kapitel.

Grund der Schärfe des Geschmacks ausmacht, erhelltaus der Untersuchung des schwarzen Pfeffers, der Senf-saamen, der Wolverlei - Blumen und der Anemonexratensis, aus denen daS ätherische Oehl die Schär-fe in sich enthalt. Daß aber nicht selten Salze imgummichtcn Extraktivstoff die Schärfe ausmachen, sehnwir an dem Rettich und Meerrettich, deren Säfte dieblauen Pflanzensäfte roth färben, also vorherrschendeSäure enthalten, an dem Beyspiel des Extrakts ausAconitum und der Llematis erecta. In diesenGewächsen enthalten die Salze des gummichten Extractsdie Schärfe in sich. Daß endlich der harzige Stoffscharf ist, lehren die Jalappe, die Coloquinten, dasEuphorbium, deren ganze Schärfe verloren geht, wennder harzige Bestandtheil ausgezogen ist. Diesem Harz-stoff scheint jedoch in einigen Pflanzen ätzendes Kalianzuhangen; denn Weingeist z. B. auf Seidelbastrindegegossen, macht die mit Säuren gerötheten blauenPflanzensäfte wieder blau und schlägt das essigsaureBleyweiß nieder. Daher scheint es zu kommen, daßman durch Essig die Schärfe nicht allein der Seidelbast-rinde, sondern auch der Meerzwiebel und der Niese-würz dämpfen kann.

Daß die narkotischen Substanzen durch eineneigenthümlichen Stoff wirken, ist mir eben so wenig ein-leuchtend. Die flüchtige Beschaffenheit der wirksamenTheile des Opiums und ähnlicher Substanzen, derstarke Geruch, den sie alle verbreiten, die Aehnlichkeitihrer Wirkungen mit denen, welche manche ätherischeOehle und selbst der Weingeist, hervorbringen, die