V. d. Mischungs-Verhältn.d. Pflanzen. §.5 z. 281
ncm Moschus - Geruch, daß cs die Stelle des natürli-chen Bisams vertreten kann. Auch stimmen alle Un-tersuchungen der riechenden Pflanzcntheile darin über-eil,, daß entweder ätherisches Ochl die Ursache desGeruchs ist, oder daß eine Verbindung von Wasser-und Kohlenstoff in verschiedenen Verhältnissen ihn her-vorbringt. Freylich können wir aus manchen starkriechenden Substanzen, z. B. aus der Rhabarber, dasätherische Oehl nicht darstellen. Aber, da auch dieRhabarber gepulvert durch langes Liegen, so wie durchdas Kochen, viel von ihrer Wirksamkeit verliert; dader Geruch derselben, eben wie andere ätherische, öh-lichte Theile sich dem Wasser mittheilt und auf den Urindes Menschen wirkt, wenn sie in den Magen gebrachtworden: so müßten wir wenigstens auf einen flüchti-gen Stoff schließen, der der Grund ihres Geruchs ist.Nun aber kennen wir, außer dem ätherischen Oehl,keinen andern flüchtigen Grundstoff, als das Ammoni-um, von welchem jedoch in der Rhabarber keine Spurist. Daher können wir nicht umhin, wo nicht ätheri-sches Oehl, doch wenigstens eine ähnliche Verbindungdes Kohlen - und Wasserstoffs, als Ursache auch diesesGeruchs anzunehmen. Gerade so verhält es sich mitden meisten andern stark riechenden Pflanzenthcilen.
Ueber den scharfen Pflanzenstoff bin ich sehrgeneigt auf ähnliche Art zu urtheilen. Er hat näm-lich entweder seinen Grund in festen Bestandtheilen, imharzigen Extraktivstoff oder in den Salzen, welche demgummichlen Extraktivstoff beygemischtsind, oder endlichin dem ätherischen Oehl. Daß das letztere oft den