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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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Sechstes Kapitel.

Ochlen nur zum Theil in der Wärme aufgenommen,und giebt durch trockne Destillation kohlensaures Am-monium und gelbes Orhl.

An einen eigenen Bitterstoff wird wohl nichtleicht mehr Jemand denken, der da weiß, daß dieBitterkeit eine Eigenschaft ist, die auf gar vielen undoft zufälligen Verbindungen der Urstoffe beruht. DerZucker wird durch zugesetzten Kalk bitter; (§. ztz.) diebittere Galle wird süß durch entzündliche Luft und Am-monium; die Schwefelsäure und das Pflanzen-Laugen-salz, beide an sich nicht bitter, machen in ihrer Ver-bindung, ein höchst bitteres Neutralsalz. Und so kön-nen wir den bittern Geschmack der Pflanzenftoffe baldim Harze (bey der Aloe), bald im gummichtcn Ex-tractivftoff (bey der Quassia), bald in den Pflanzen-salzen suchen, welche dem letztern anhängen, (wiebeym Erdrauch, dem Fieberklee, dem Enzian u. s. f. )

Die leichte, elastische, entzündbare und kohlen«reiche Substanz, die sich als Kork vorzüglich an derOberhaut der Korkeiche, dann aber an der Rüster undvielen andern Bäumen ansetzt, enthält eine Säure,die man durch Salpetersäure aus dem Kork erhält.Diese Korksaure ist eine Zeitlang für eigenthümlichgehalten, dann von Chvvreuil mit der Benzoesäurevereinigt worden. Doch ist sie allerdings etwas ver-schieden ; denn sie krystallisier sich nicht in solchen Na-deln, wie die Benzoesäure, sondern zerfällt in Pulver,oder zeigt sich als Hautchen; sie schmeckt deutlichersauer, und hiuterläßt geglüht weit mehr kehligen Rück-