Erscheinungen d. Pflanzenlebens. H. 58. Zu
Daß das Holz einer lebenden Pflanze dennochreizbar seyn könne, trotz der Starrheit seiner Theile,behauptet in spätern Zeiten selbst Cacradori, 74)da er es früherhin geläugnet hatte. 7 >)
Die Versuche von Brugmans und Cou-Ion über die Zusammenzichung der Saftgängemilchgebender Pflanzen, wenn man sie mit Alaun undEisenvitriol bcstrichen, sind an sich völlig richtig, be-weisen aber das nicht, was sie beweisen sollen, näm-lich die Reizbarkeit der Gefäße; denn die Sastgängehören auch von selbst nach einiger Zeit auf, den Saftvos sich zu geben, weil sie, wie oben (§. 16.) bemerktworden, blinde Kanäle sind. Auch wirkt dieSchwefel-säure auf todte Theile, wie auflebende, durch Ver-brennung. Eben so wenig brauchen wir mit Car-radori^T) das Ausfließen des Milchsafts aus denSaftgängen der Laktuken, wenn sie blühn, als einenBeweis ihrer großen Reizbarkeit anzusehn, da nurbey mechanischer Wirkung dieses Ausfließen durch diesogleich zerreißende sehr feine Oberhaut erfolgt. Linkurtheilt über diese Erscheinung im Ganzen so wieich. ?8)
In der That haben wir nicht nöthig, zu diesenzweydeutigen Versuchen unsere Zuflucht zu nehmen, umden Pflanzen dieselbe allgemeine Erregbarkeit zuzu-
7^) ^lemorie «teils »oc. ilrl. vel. Xll. p.
7 §) ^rri ^eils >oc. eeonoin. i?irsr>ss, vol. lll. P< 2§0.
7ü) Die oben angeführte Schrift.
'7) iVlemorie «teils »r>c. ilst. voi. XII. P> ZK.
78) Grundlehrcn, S. 95. 27».