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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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Achtes Kapitel.

und geht, wie ich glaube bemerkt zu haben, um s»schiefer niederwärts, als der Abhang schroffer ist.

§. 74-

Verrichtungen der Wu rzelfasern.

Daß die Wurzelfasern die Erdseuchtigkeit ein-sangen, dies hat noch Niemand in Zweifel gezogen,nur das Wie? ist der Gegenstand des Streites gewe-sen. Wir haben es schon an mehrern Stellen (§. 46.47« S4-) erwiesen, daß die Bestandtheile des Erdbo-dens nicht in die Würzelchen eindringen, sondern daßdie letztem aus der umgebenden Erdfeuchtigkeit bloßkohlensaures Wasser mit Stickstoff anziehn und ausdiesen Urstoffrn alle ihre Bestandtheile bilden. Wirhaben ferner (§. 2. Z4.) gezeigt, daß das Wesen deSorganischen Körpers darin bestehe, allen fremdartigenDingen, die in seinen Wirkungskreis kommen, seineorganische Eigenschaften einzuprägen und sie also sichzu verähnlichen. Daher kann nun nicht mehr dieRede davon seyn, ob die Wurzeln ihre Nahrung sichWahlen, die eine abstoßen und die andere, schon vor-bereitet, anziehn: einer solchen Auswahl bedürfen wireben so wenig als der vorgeblichen Gährung der Erd-feuchtigkeit, ehe sie angezogen wird. Die Hauptnah-rung des Gewächses, kohlensaures Wasser mit Stick-stoff verbunden, findet es überall und kann sie ausjedem Boden, nach Verschiedenheit seiner eigenen Or-ganisation, hervor ziehn. Die Anziehung aber dieserFlüssigkeit kann nicht mechanisch geschehn, da die fei-nen Häärchen und die schwammigen Schläuche ge-