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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
Entstehung
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409
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Von dem Stamm. §. 75. 409

Bündel von Schraubengängen, Baströhren und gro-ßen punktirten Gefäßen durchzieh» den Stamm derPalmen, Farrenkräuter, der Gräser, der Lilien undOrchiden, wie man Taf. IV. §.17 und iy. sehr deut-lich sieht, besonders wenn man damit Taf. V. F. 21und 22. vergleicht, welche den ursprünglichen BaudeS Stamms der Dikotylcdonen darstellen. Die Pal<men und Gräser, selbst das feste Bambusrohr, habendaher auch kein eigentliches Holz, obgleich der Stammzum Theil zum Bauholz dient. Die Bündel nämlichvon parallelen Saftröhren, verhärteten Schrauben-gängen und großen punktirten Gefäßen machen zwarmit dem dazwischen befindlichen Zellgewebe und dessenNiederschlägen einen sehr festen Körper, so daßPalmenstäinme zu Säulen beym Hausbau dienen, unddaß le Goux de Flaix versichert, eine Pallisadevon Kokosstämmcn widerstehe selbst den Kanonenku-geln. Aber diese Festigkeit dauert nur eine Zeitlang.Nach Verlauf derselben sinkt plötzlich und unaufhalt-sam der Palmstamm in Staub zusammen, ohne nur soallmählig zu verwittern, wie es unsere Baumstämmevon leichtem Holze thun. Die Palmen so wenig, alsdie übrigen Pflanzen, welche Monokotyledonen ge-nannt werden, haben eigentliche Rinde oder Mark,da jene vereinzelte Bündel von Schraubenfasern ohneUnterschied im Umkreise und in der Mitte des Stam-mes vorkommen. Bey ihnen bilden sich auch keineKnoten oder Gelenke, in denen die beyden Urformen,Zellgewebe und Schraubengänge, mit einander verbun-den werden. Nur allein bey einigen Gräsern kommen