44Z
Von dem Stamm. §. 8v.
Daß wirklich dieser Bildungssaft nicht überallörtlich entstehe, sondern von den Zweigen sich in denStamm fortbewege, daß auch zu seiner Bildung wahr-scheinlich die durch die Blatter angezogenen Luftstoffeerfordert werden, könnte man schon daraus schließen,weil das Daseyn und die lebhafte Wirkung der Blät-ter zum Ansetzen guter Früchte durchaus nothwendigist, wenn man auch nicht bemerkte, daß nach ring-förmig abgelöseter Rinde und Bast die Theile desZweiges über dem Schnitt Fruchtaugen ansetzen, aberunterhalb keinesweges.
Übrigens haben wir schon bemerkt, daß der Bil-dungssaft durch Reize angelockt und sich stärker in ge-wisse Stellen zu ergießen genöthigt werden kann.Merkwürdig ist in dieser Hinsicht Kenne Fitzgc-rald's Versuch, Holzaugen in Fruchtaugen zu ver-wandeln. 45) Im August macht man in die Hauptästeeines Fruchtbaums einen Zirkclschnitt durch die Rinde,drey oder vier Zoll höher einen ähnlichen, verbindetbeide Schnitte durch einen dritten senkrechten, und lö-set die Rinde zwischen beiden ab. Nach einer Viertel-stunde legt man die abgclößte Rinde genau, wieder an,und befestigt sie mit Bast, wo man dann vier Wochennach der Operation die Rinde über und unter den Stel-len anschwellen sieht. Nimmt man den Bast weg: sofindet man alles verheilt. Dann wird frischer Bastganz locker herum gebunden, und dieser bleibt bis zum
44) Anleit. zur Kenntn. der Gcw. I. I8Z.
45) ktiilo». nsoulci. vol. UI. g. 7- — 75.