Metamorphose der Theile. §. 85. 48z
gen weit eher durch den gewöhnlichen Trieb nach obenhervorgebracht werden. Nimmt man unter oderüber den Fruchtaugen die Rinde so weg, daß das Holzentblößt ist: so kommen sie nicht zur Entwickelung,dagegen die Holzaugen nach wie vor fortwachsen.
Indessen ist dieser ganze Unterschied nicht so we-sentlich , daß nicht die eine Art in die andere übergchnkönnte. Schon Ma riotte's Versuch spricht dafür.Er schnitt an einem Rosenftock, der schon Blüthen-Knospen hatte, alle Blätter und Blattknvspen ab, undließ bloß Blüthenknospen dran. So blieb der Strauchden Winter hindurch stehn; im Frühling trieben dieKnospen keine Blüthen, sondern bloße Blatter. All-gemein bekannt sind die Mittel, wodurch man einenBaum nöthigt, seine Holzaugen in Fruchtaugen zuverwandeln: nämlich man verletzt die Rinde, schneidetsie ein, kneipt die überflüssigen Augen ab, biegt denAst herunter, bindet ihn: und durch alle diese Künstereizt man die Saftcöhrcn und das Zellgewebe derge-stalt, daß ein verstärkter Zuschuß mehr ausgearbeiteterSäfte entsteht.^) Wenn man die Triebe der Frucht-baume ausbrechen will, um sie zum Ansetzen neuerFruchtaugen zu nöthigen: so muß dies nicht währenddeS Aufsteigens der Säfte geschehen, weil dann sehr baldwieder Holzaugen entsteh», sondern im Julius, woder Auftrieb langsamer , die Einsaugung aber star-ker geschieht, und die entstandenen Knospen Zeit haben,
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§2) 8eaedl-r l. Z87. lV. »9». »96.
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