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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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488
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488 Zehntes Kapitel. Von den Knospen und der

testen dadurch aus, daß er fünf verschiedene Zeugun-gen annahm, in denen sich Blatter, Vracteen, Kelch,Corolle, Staubfäden und Pistill entfalteten. DaßBlätter in Bracteen und Kelch übergchn und gleichenUrsprung haben, ist so augenscheinlich, daß wir es beyden meisten Pflanzen, besonders bey den Labiaten,bestätigt finden. Nun aber meinte Linn«, man könneannehmen, die Vegetation rücke um ein Jahr vor-wärts, wenn sie anstatt bloßer Blätter Vracteen her-vorbringe. Beide, so wie der Kelch, entwickelten sichaus der Rinde, aus dem Bast aber die Corolle; da-her, wo Bast und Rinde verwachsen seyn, könne sichauch keine von« Kelch getrennte Corolle entfalten. DieBildung der letzter» sey aus den Blättern, durch Vor-eilcn der Vegetation um drey Jahre zu erklären, daBast sich alljährlich aus der Rinde absetze. Die Staub-fäden entstehn aus dem Holze; auch dies werde durchAbsatz aus.der Rinde gebildet; daher sey die Bildungder Staubfäden durch voreilende Vegetation der Blät-ter um vier Jahre zu erklären. So endlich die Bil-dung des Pistills aus dem Marke.

Ungeachtet sich nun weder dieser Zusammenhangder Befruchtungötheile mit den Theilen des Stammes,noch die bestimmte Folge der Vegetation annehmenläßt, aus Gründen, die in den vorhergehenden Para-graphen erörtert sind: so führt doch die Natur auf dieWahrheit der Linne'schen Erklärung im Allgemeinen.Wir sehen Staubfäden in Kronenblätter ausarten,wenn die Blumen gefüllt werden; Pistille werden nichtallein oft zu Blättern, sondern der Rosenkönig zeigt