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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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489
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Metamorphose der Theile. §. 86. 489

uns, daß sie sogar neue Triebe enthalten. Wir be-merken in mchrern Lauchartcn, neben den Blumen,sich Zwiebeln wie unter der Erde ansetzen, die abfallenund junge Pflanzen geben.

Diese und viele ähnliche Erscheinungen müssenuns überzeugen, daß die verschiedenen Theile der Ge-wächse aus einander sich entwickeln, wie sie in einan-der übergehn. Bey Thieren höherer Ordnung bemer-ken wir nicht dergleichen; die Leber wird nie zum Ge-hirn, der Muskel nie zum Nerven, das Herz nie zuLungen. Dagegen kommen die Thiere niederer Ord-nung, besonders die Zoophytcn, den Pflanzen schonsehr nahe; sie entwickeln ihre Fühlfäden nur in denjüngsten Trieben, wo die Rinde am dicksten ist; indrii altern Stämmen der Gorgonien geht die Rinde inden Kern über. Die Sertularien setzen an den jün-ger» Trieben die so genannten Eyersiöcke oder Knospenab. Entweder bilden sich daraus bloß neue Triebe,oder neue Individuen, die abfallen.

Woher dieser Unterschied? Bey den Thieren hö-herer Ordnung springen die Gegensatze stärker hervor,und der Typus der Bildung ist beschränkter durch dasUebergewicht des scnsoriellen Lebens. Daher bleibtder Muskel, was er ist, so lange das Thier gesundund die Ernährung unverletzt ist. Nur in besondernKrankheiten, wo der Typus erlischt und die Kraft derWiedererzeugung zu sehr gereizt ist, entsteh» unregel-mäßige Bildungen; der Muskel löset sich in Zellgewebeauf;. im Zellgewebe erzeugt sich Knochcnsubstanz. BeyThieren niederer Ordnung, wie bey den Pflanzen ist