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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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490
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490 Zehntes Kapitel. Von den Knospen und der

der Typus nicht so beschrankt: die Gegensatze schmel-zen zusammen, die Grundtheile sind Nicht so geschie-den, die Urformen erzeugen sich einander, und dasWachsthum geht sehr leicht über die Gränzen der Bil-dung hinaus. Daher kann jeder Theil sich aus demandern entwickeln.

Dann muß man bedenken, daß die Entfaltungund Ausbreitung der Theile eine vorher gegangene Zu-sammendrängung voraussetzt. Wir haben an mehrcrnStellen gezeigt, daß die Schraubengänge, als dieFormen der Hähern Thätigkeit, sich aus gedrängtemZellgewebe erzeugen, ohne daß man mechanisch denUebcrgang der einen Form in die andere nachweisenkann. Diese Zusammcndrängung finden wir im Kno-ten, in der Knospe, der Knolle, besonders im Eyer-stock und dem Saamenkorn. Sie deutet überall, wosie vorkommt, auf bevorstehende weitere Entfaltungund Ausbreitung hin. Wo Schraubengänge, oder inihrer Ermangelung, nur Saftröhren hervortreten, daist Neigung der Theile zur Ausbreitung unverkennbar.Diese Formen sollen den Streit zwischen Licht und Ma-terie , zwischen ausdehnender und zusammenziehenderKraft lebhafter machen. Es sollen sich die Pflanzen-theile dem Lichte mehr Preis geben: dies soll überallauf sie wirken , die Säfte läutern, mit feinern Stof-fen versehn und so die höchste Entwickelung vermitteln.Dazu bedurfte es so ausgebreiteter Flächen, als dieBlatter und die Blumenkrone darbieten, die daher,verwandt mit einander, leicht auch wechselseitige Ueber-gänge zeigen.