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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
Entstehung
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509
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Von den Blättern. §. 89. 529

Warum nun die Oberfläche der Blätter, wenigeAusnahmen abgerechnet, so standhaft grün ist, davonliegt der Grund höchst wahrscheinlich in der Allgemein-heit des carbonisirten, mit Satzmehl verbundenen Ex-traktivstoffs, wozu in den meisten Blättern noch Ger-bestoff kommt, der mit Alkali in Wasser aufgelößt,beym Zutritt der Luft beständig eine grüne Flüssigkeitbildet. Wenn hingegen todte Blätter der Sonne aus-gesetzt werden » so nehmen sie eine bleiche Farbe an,wie die Sonne alle todte Theile bleicht, weil sich Koh-lensäure entbindet, und der Kohlenstoff gänzlich zer-stört wird, ohne sich wieder zu erzeugen. Wenn Blät-ter abfallen oder vertrocknen: so geschieht etwas Aehn-liches; sie werden roth oder gelv, weil, wegen Schwä-che der Lebenskraft, kein gehöriger Conflict zwischenLicht und Vegetations, Proceß erfolgen, der Kohlen-stoff sich mit Wasserstoff nicht gehörig verbinden kann;also der Sauerstoff mehr hervor sticht. Wir wissen ja,daß alle blaue Pflanzensäfte durch stärkere Säuren ge-rathet werden.

Eine noch einfachere Meinung von der grünenFarbe stellt Berthollet auf'), die sich aber mitder jetzt vorgetragenen vereinigen läßt. Das Wasserwird nämlich in den Pflanzen durch Einwirkung desLichts zersetzt; der Sauerstoff entweicht und Wasser-stoff bleibt zurück, tritt an den Kohlenstoff und bildetden harzigen Extraktivstoff; daher, wie wir eben ge-

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