Zi8
Elftes Kapitel.
sich das Klima von Deutschland seit Tacitus Zeitenoffenbar geändert hat.
Es schwitzen aber gewiß auch eigenthümliche Säf-te aus. Gcwürzhafte Pflanzen, die nicht blühn,verbreiten doch einen angenehmen Duft. Daß Zucker-stoff bisweilen ausgeschwitzt wird, beweiset der Ho-nig thau (1s Aivr«), der gewöhnlich durch stärke-re Einwirkung der Sonnenstrahlen nach einem feinenSprühregen, den man Hungerregen zu nennen pflegt,entsteht, wenn die Sonne sehr stark und heiß scheint;er wird zum Mehltha u, zur Lohe, wenn, ange-lockt durch den süßen Saft, sich eine Menge Aphidenoder Blattläuse darauf einfinden und das kaub ver-zehren. Auch die aufbrechenden Knospen schwitzen bis-weilen im Frühjahr Honig aus, den die Bienen fleißigabzusaugen pflegen. Aber die meisten dieser Knospenfallen ab, und solche Bäume pflegen selten Früchte an-zusetzen. Ein sehr starker und allgemeiner Honig-thau pflegt immer auf schwüle aber trockne Gewitter-luft, bey Höhcrauch und warmen Nächten zu erfol-gen. ") Adanson sucht den Grund des HonigthauSin der verhinderten natürlichen Ausdünstung, undnimmt auf den niedrigen feuchten Standort der Pflan-
r») Conring rls corp. 6erm«n, c,u«,. z>. 4r.
rechnet zu wenig darauf.
21) Spitzners Beschreibung der Kvrbbienenzucht, S.
421.
22) Das. 424.