614 Vierzehntes Kapitel.
Wenn der Sriame keimen soll, so muß er derErde anvertraut werden; besonders günstig ist dieDamnierde dem Keimen, weil diese durch ihren Extrak-tivstoff den Sauerstoff der Atmosphäre anzieht und da-mit Kohlensäure, als die vorzüglichste Nahrung derGewächse, bildet. (§. 46. 47. 54.) Nicht zu tiefmuffen die Saamen in die Erde gebracht werden, da- ,mit der Sauerstoff der Atmosphäre und ein mäßigerGrad des -ichts auf sie wirken können. 4 ?) Außer derErde können alle solche Substanzen den keimendenSaamen einen schicklichen Standort gewähren, die denWürzelchen Raum gestatten, sich auszubreiten, die fer-ner kohlensaures Wasser den Saamen zuführen undnicht zu vi l selbst davon verschlucken. (§. 47.)
Das kohlensaure Wasser, mit Stickstoff verbun-den, ist die einzige Nahrung der keimenden Saamen:dies dringt, bey angemessener Wärme, zum geringstenTheil durch die äußern Hüllen, hauptsächlich aberdurch den Nabel oder die Keimgrube ein. Dondemselben schwillt das ganze Saamenkorn, besondersdas Eyweiß und die Kotyledonen, an. Es entstehtwahre Gährung, indem der indifferent schleimige Ge-
4?) Thvuin i» der Gartenzeitung, B. II- S. 11z. n 6 .—Bjerkander in Schweb. Abh. 1782. S. 289.
48 ) Pontedera (surkol. p. 27.) Eil er (Hamb . M«-gaz. XIV. lgo, ) und fast alle ältere Schriftstellerglaubten, das Wasser dringe durch die äußern Hüllenein. Aber durch Bleichens (a. a. O. 58.) und Se-nebier's Versuche (pb^,. v«gst. III- 56z-) ist es er-wiesen , daß vorzüglich dir Keimgrube es aufnimmt.