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neu den Beinamen „orientalisck" zu geben, theilsweil man sie zuerst aus dem Morgenlande erhielt,theils, und vorzüglich aber, weil die von da abstam-menden, in der Regel, Steine anderer Gegendenin allen schätzbaren Eigenschaften übertreffen. Spä-ter ging man noch weiter: man nannte alle Edel-steine anderer Länder, welche jenen an Schönheitgleich kamen, „orientalische", und bezeichnete dieminder vorzüglichen, im Gegensatze als „vccidenta-lische". Zuletzt aber wurde das erstere Beiwortauf jeden Stein angewendet, der sich auszeichnetedurch seine Eigenschaften, selbst wenn man ihn imOrient gar nicht, oder doch weniger vollkommen,als in andern Gegenden fand, nur um eine höhereStufe der Vollkommenheit damit anzuzeigen. Sowird derjenige edle Opal orientalischer genannt, derein vorzügliches Farbenspiel wahrnehmen läßt, ob-gleich man ihn im Orient noch nirgends gefundenhat; dasselbe Beiwort erhält der, durch seine Rein-heit und Farbensülle besonders geschätzte Smaragd,wiewohl er in solcher Schönheit nur aus Perukommt. Eine Eintheilung, welche der so eben an-gedeuteten zu entsprechen scheint, hatten die Alten.Sie sonderte» die Edelsteine in männliche und weib-liche; unter ersteren begriffen sie stets jene, denen