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welche Gottheiten, religiöse Gebräuche, geschichtlicheBegebenheiten und Thaten berühmter Feldherren,oder Bildnisse großer Männer vorstellten.
§. 32 .
DaS Steinschneiden, die Kunst, vertiefteoder erhabene Figuren, Buchstaben u. s. w. inStein darzustellen, war am ersten bekannt. Dieauf diese Art bearbeiteten Steine von kleineremUmfange werden G e m m e n im engeren Sinne ge-nannt. Hierin hatten es die Alten zu einer be-wunderungswürdigen Fertigkeit gebracht, wie diekeSnoch auf uns gekommene Arbeiten beweisen. Sieverstanden mit einer sehr kunstgerechten und feinenAusführung eine gute Wahl der Gegenstände ineinfacher, geschmackvoller Zusammenstellung undrichtiger Zeichnung zu verbinden.
Die Kunst, vertieft zu schneiden (Sculp-tur), ist älter, als jene, erhaben zu arbeiten(Tornatnr); letztere kam erst durch die Griechenauf. Erstere betrieb man früher mehr, welcheswohl in der Natur der Sache lag, da die Jnta-glien (vertieft geschnittene Steine) zum Gebrauchdes Siegelns nothwendig waren, die Cameen(erhaben gearbeitete Steine) aber zum Schmuckverwendet wurde». Zu letzteren gebrauchte man