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Taschenbuch der Edelsteinkunde : für Mineralogen, Techniker, Künstler und Liebhaber der Edelsteine / bearbeitet von Reinhard Blum
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stein druckt. Die Lage wird dann so oft verän-dert, als es Facetten geben soll. Die Bearbeitungdes Bernsteins muß pausenweise geschehen, weil er 'leicht heiß wird, und dann springt. Aus Bernsteinwerden auch hier und da Caineen geschnitten, Bü-sten, Heiligenbilder u. s. w.; zuweilen arbeitet manselbst vertieft in ihn, legt dann die geschnitteneSeite unterwärts, und eine Goldfolie darunter,wodurch sich das Geschnittene, wenn der Bernsteinrein und klar ist, durch die Folie gehoben, deutlichdarstellt.

Unreine Bernsteinstücke werden, wenn man siein Papier wickelt, und in einem mit Sand gefüll-ten Topf wenigstens 40 Stunden lang in heißerAlcbe digerirt, verbessert. Eine andere Methode,dieselben brauchbar zu machen, besteht darin, daßman sie zwei Tage lang in Lein- oder Rüböl 'in ^einem irdenen Gefäße, bei allmählig verstärkterHipe, hell kocht.

Die meisten Bernsteinarbeiter wissen den Bern-stein auch roth, blau, violet u. s. w. zu färben. ^In wasserfreiem Weingeist ausgelost, läßt er sichin Formen gießen, und allerhand Waaren darausbilden. Vermittelst eines Kitts aus Leinöl, Ma-st ir und Silberglätte kittet man Bernsteinstücke an