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Der Hansabund / von Gustav Gallois
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Sinken.

s3. Abschnitt.

litten die Hansen so, daß sie 1470 daran verzweifelten, ihre Angehörigenlänger schützen zu können. Als durch die Heirath nnt der ErbtochterMaria Maximilian Herr von Flandern geworden war (1477), dachtendie dortigen Städte ihre alten Freiheiten wieder zu erlangen und empörtensich. Brügge hielt 1488 Maximilian sogar gefangen; die Provinzenwurden durch einen Reichskrieg gezüchtigt und besteuert. Der vernach-lässigte Hasen t'Zwin verschlammte und der Handel zog sich allmälignach Antwerpen, woselbst die Hansen eine neue Hofstatt aufschlugen,aber wegen der im Ganzen veränderten Handelsvcrhältnisse den frühe-ren Aufschwung nicht wieder zu erreichen vermochten, ungeachtet Maxi-milian 1481 ihre Privilegien erneuerte und ihnen sogar 1487 den altenStapel zu Brügge wieder anbot Zu diesem Ruin trug das Benehmender holländischen, seeländischen, friesischen und westdeutschen Städte Vie-les bei, welche dem Comtoir von Brügge sich fernerhin zu unter-werfen verschmähten und den Schoß weigerten, besonders aber das schonberührte Benehmen Köln's. (1471). Als das Comtoir die schoß-weigernden Kölner zu Autors festhalten ließ, verweigerte der dortige Ma-gistrat, wider die hansischen Privilegien, die Arretirnng derselben, so daßnach dem Vertrage von 1476 die Hansen sich mit einer Jahreszahlungvon 100 Fl. Rhein, abseilen der Kölner statt des üblichen Schosses be-gnügen mußten. Freilich hatten letztere nicht Unrecht, wenn sie meinten,daß sie eher Freiheiten in den Niederlanden besessen, als das Com-toir existirte, daß ihre Bürger großentheils mit schoßfteiem Wein han-delten und die Krämerwaaren und Spezereien ebensogut und abgaben-frei über Frankfurt zu beziehen vermöchten; allein ihr Beispiel bewirkte,daß nun auch andere Städte sich gegen den Schoß, ohne den einmalkeine Factorei zu erhalten war, sträubten. Auf Danzig's Beschwerdenwurden immer mehrere Waaren vom Stapelzwang befreit. Dann se-gelten auch jetzt die Niederländer häufiger »ach Hamburg, Lübeck, Riga,Reval und anderen Hansestädten, führten Waaren aus, ohne sich um denBrügger Stapel zu kümmern, ebenso wenig wie die Nürnberger. Diein den Niederlanden sich mehrenden Handelskenntnisse und Reichthümer,die unparteiischer fortan zwischen Fremden und Einheimischen erkennendeRechtspflege, veranlaßten die holländischen, rheinischen, westphälischen und