4. Kap.)
Antwerpen.
311
Rebellen abzumahnen; ihr Schreiben an Hamburg vorn 16. Oktober1621 klang fast drohend, aber die Stadt verwies sie damit an die Tag-satzung der Hansa, worauf Jsabella spanische Soldaten in die HanfischenGebäude einlegte. Wiederholt leisteten die Regierungen, sowohl derspanischen Niederlande, wie der Republik, Versprechungen und Zufiche-rungen, daß Alles auf den alten Fuß kommen solle; man meinte zuFehr oder Middelburg eine neu? Factorei anlegen zu können, aber jedeHoffnung endete mit einer Täuschung; selbst die 1606 nach Spanienmitgesandte Deputation wurde mit ihren Beschwerden beinahe noch ver-spottet. Als die guten Aussichten, welche der 1609 geschlossene Still-stand erweckte, die alten Hoffnungen wieder rege machte, erhob sichauch wieder der alte Zank zwischen Köln und Danzig über den Schoß;die Veräußerung der größeren hansischen Gebäude wollte der antwer-pener Magistrat nicht zugeben; dieselben zu vermiethen und die älteren zuveräußern wollte selbst dann nicht gelingen, als Bremen statt des abge-fallnen Kölns die Leitung der niederländischen Angelegenheiten über-nommen hatte. Spanische Soldaten wurden von der Jnsantin Jsabellain die Niederlage einquartirt, wo sie alles Tragbare herausschlepptenund die Gebäude selbst in einen ganz baufälligen Zustand versetzten(1624). Die deshalb an die Jnsantin 1625 gerichteten Beschwerdenhalfen nichts. Lübeck gab einiges Geld her, konnte aber, da die letztenhansischen Städte, Hamburg, Bremen und Braunschweig, sich nicht rühr-ten und sogar mit Lübeck über Rechnungsablage zankten, nicht zu denerforderlichen 20,000 Fl. rathen. Der Zank dauerte bis 1669, vonwo ab das Gebäude seinem Schicksal überlassen blieb. Das hansischeHaus in Brügge eignete sich 1668 ein gewisser Robinson zu; inAntwerpen blieben den drei Epigonen der Hansa noch einige Gebäude;die Notiruug der Zuckerpreise in flämischem Gelde ist eine Reminiscenzan den alten schwungvollen Verkehr. — Der Bund war zerfallen; jedesgemeinsame Streben hatte aufgehört; alles ging zum kleinen Theile indie Hände weniger Städte, zum größten in die der aufstrebenden Nord-holländer, namentlich Amsterdam's über, wohin sich jetzt der Welthandelfür eine geraume Zeit begab. Wir lassen hier zum Schluß noch Bur-meister's Worte reden, da wir nirgends eine so concise und treffende